Das WWW bedeutete 20 Jahre lang: Mit der Maus herumklicken. Auch wenn Webseiten heute sehr anders aussehen als in den 90er Jahren und die dahinter stehende Technik mehrere Umwälzungen erfahren hat, hat sich bei der grundsätzlichen Bedienung mit der Maus wenig geändert. Scrollen per Mausrad, Links mit dem Mauszeiger anklicken, lesen und gucken und hier und da mal Formulare ausfüllen.
Das iPad und seine Konkurrenten werden natürlich nicht das Web neu erfinden, aber seine Gestaltung doch stark beeinflussen. Der Finger ist einfach ein sehr viel gröberes Werkzeug als ein Mauszeiger und funktioniert auch ganz anders: Ein “onMouseOver”, bei dem irgendwelche Elemente oder Menüs aufklappen, wenn man mit der Maus darüber fährt, funktionieren auf Touchscreens nicht, weil jede Berührung des Bildschirmes ja schon einen Klick auslöst – weshalb sich übrigens viele Flash-Anwendungen und besonders auch Spiele nicht ohne weiteres auf Flash-fähigen Tablet Rechnern bedienen lassen.
Dies ist allerdings nur ein sehr naheliegender Punkt. Der bekannte Screen-Designer und Usability-Experte Gerrit van Aaken erwartet zum Beispiel, dass alles anklickbare wie Buttons und Links größer werden, damit sie mit dem Finger leichter zu treffen sind, Drag and Drop wieder in Mode kommt und hat die Beobachtung gemacht, dass die klassischen Lightboxen, mit denen Blogs gerne Bilderserien präsentieren, auf dem iPad nicht besonders gut funktionieren.
Mittlerweile verzichten die meisten darauf, mehrere Versionen einer Webseite vorzuhalten außer vielleicht noch einer mobilen Version für Handys, die aber auf vielen Smartphones oder gar Tablets oft schon wieder schlecht aussieht. Das Webdesign steht also vor einer neuen Runde Herausforderungen: Noch nie musste eine Webseite so vielen Endgeräten unterschiedlicher Art, Größe und Auflösung gerecht werden.
