Adobe und Microsoft schalten von Flash und Silverlight auf HTML5 um

HTML5 ist noch nicht fertig, aber Microsoft stürzt sich drauf. Offenbar Ballmer und seine Leute in Redmond eine Kehrtwende vollzogen und schließen sich vermehrt offenen Standards an statt zu versuchen, eigene in den Markt zu drücken. Die Pläne für Silverlight haben sich zumindest verschoben.

ZDNet sprach mit Bob Muglia, der bei Microsoft für Server und Entwicklungs-Tools zuständig ist. Obwohl Silverlight weiterhin die Entwicklungsplattform für Windows Phone sein solle, gab er an, dass Microsoft künftig auf HTML5 setzen wolle, wo es um Plattformunabhängigkeit gehe: “HTML is the only true cross platform solution for everything, including (Apple’s) iOS platform.”

Es ist interessant, dass er explizit iOS erwähnt – Apple hat sich ja mit seinem Appstore sehr erfolgreich einen eingezaunten Garten gebaut, der die bisherigen Mechanismen im Software-Geschäft aushebelt – demnächst auch noch auf dem Desktop, wenn mit Mac OS X 10.7 “Lion” der AppStore samt Apps erstmals auch für nicht mobile Geräte angeboten wird.

Die Achillesverse in Apples Strategie ist, dass man im Grunde genommen jede App auch als Browser-Anwendung in HTML programmieren kann. Offenbar scheint Microsoft genau hier angreifen zu wollen und stellt seine Versuche, Standards selber zu dominieren, vorerst ein. Eines ist Silverlight damit entgültig nicht mehr: Ein Konkurrent zu Flash für Anwendungen im Web.

Flash selbst wird nicht nur wegen der Verbannung von iPhone und iPad an Bedeutung verlieren: Adobe orientiert sich auch um und bietet mittlerweile einen Konverter an, der Flash-Animationen in HTML5 wandeln kann. Für Webdesigner könnten goldene Zeiten anbrechen, wenn künftig tatsächlich mal alle Systeme wenigstens einigermaßen einheitlich HTML5 verstehen. Dafür wird das Problem der extrem unterschiedlichen Bildschirmgrößen und -auflösungen zunehmen…

 

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